| Die eigentliche Grosse Kunst der Geheimen Diplomatie besteht dabei eben nicht im Verbinden jener strategischen Beweger die sich in die gleiche Richtung, auf derselben Linie oder im Rahmen sonstwie gemeinsamer Interessen orientieren. |
| Es sind vielmehr jene Allianzen die auf widerstreitenden, entgegen gesetzten Interessen beruhen, zwischen denen das Ausloten gemeinsamer Schnittstellen die um ein Vielfaches anspruchsvollere Aufgabe bedeutet. Und so dies gelingt dem Projekt oftmals allerhoechste Rendite verspricht. |
| Wichtige Voraussetzung ist dabei lediglich, dass die so Verschiedenen sich moeglichst nicht im selben Raume messen. Alles geschieht also auf der Basis einer gewissen Gleichgueltigkeit was das konkrete angeht. |
| So kann Faktor_Y eine separatistische Bestrebung sein, die ihr Etappenziel im Erlangen weitest gehender staatlicher Autonomie definiert. |
| Faktor-X dagegen eine etablierte Grossmacht, die einem solchen Schritt nirgends auf der Welt jemals ihre Zustimmung schenken wuerde. |
| Weil sie davon erheblichen Schaden an den Rules of International Law befuerchten muss, der ihre eigenen separatistischen Gegner im Lande ermuntert. |
| Dennoch ergibt sich Spielraum, wenn man bedenkt, dass vielleicht andere Machthaber gerade diesen Separatisten im Refugium von Faktor-X ihren offenen oder verborgenen Support zukommen lassen. |
| Faktor-X koennte also die Neigung entwickeln, im Gegenzug Faktor_Y under Cover seine Gunst zu erweisen. Nicht weil ein aufrichtiges Interesse an dessen sich so verbessernder Position besteht. Vielmehr beruht beider Kooperation auf der Annahme, dass sich deren Voraussetzung alsbald erledigen wird. |
| Faktor_Y ist naemlich nunmehr keineswegs an der Huldigung zugunsten offizieller Bekundungen von Faktor-X interessiert. Sondern daran, dass dessen Aerger mit den hauseigenen Separatisten moeglichst lange anhalten moege. |
| Je mehr desto besser, denn was koennte dem Fundament der geheimen Absprachen mehr Energie zufuehren als diese Verklammerung ? |